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Ratgeber Wechseljahresbeschwerden

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Wechseljahresbeschwerden
Entstehung von Wechseljahresbeschwerden

Wechseljahresbeschwerden entstehen durch das hormonelle Ungleichgewicht zwischen den Östrogenen und dem Gelbkörperhormon Progesteron, die den Eisprung und die Menstruation kontrollieren. Ab dem 45. Lebensjahr reifen in den Eierstöcken immer weniger Eizellen heran, es kommt zu Zyklen ohne Eisprung, die Blutungen werden unregelmäßiger und bleiben schließlich ganz aus. Innerhalb der Wechseljahre werden so drei Phasen rund um die Menopause durchlebt, die Prämenopause, die Perimenopause und die Postmenopause. Doch auch die Angst vor dem Älterwerden oder der Auszug der eigenen Kinder kann für eine Verstärkung der Wechseljahresbeschwerden sorgen.

Entstehung von Wechseljahresbeschwerden

Ein starkes Ungleichgewicht der Hormone, dass das Ende der Fruchtbarkeit anzeigt, ist für die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden verantwortlich. Eisprung und Menstruation werden von Östrogenen und Gelbkörperhormon (Progesteron) gesteuert. Bereits bei der Geburt sind Millionen von Follikeln in den Eierstöcken angelegt. Bei jedem Eisprung gehen neben der gereiften Eizelle weitere Follikel verloren.

Etwa ab dem 45. Lebensjahr gibt es immer weniger Eizellen, jetzt kommt es auch zu anovulatorischen Zyklen ohne Eisprung. Dabei wird jedoch kein Gelbkörperhormon (Progesteron) mehr gebildet. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Östrogenausschüttung. Dadurch wird weiterhin die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, oft ungewöhnlich dick. Die Blutungen werden stärker und unregelmäßig, oft ein erstes Anzeichen für die Wechseljahre.

Sind keine Eizellen mehr in den Eierstöcken vorhanden, beendet der Körper die Produktion des Östrogens. Der Östrogenspiegel sackt innerhalb kurzer Zeit stark ab, sodass sich ein Östrogenmangel einstellt, an den sich der Körper oft über Jahre gewöhnen muss. Dieses Ungleichgewicht zwischen den Hormonen ist für die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden entscheidend.

Viele Faktoren beeinflussen die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden

Neben hormonellen Umstellungen sind viele Frauen während der Wechseljahre auch anderen Veränderungen ausgesetzt. Mütter stehen meist vor der Ablösung der Kinder, die in der Pubertät sind oder das Elternhaus verlassen. Für viele Mütter ist diese Situation zunächst belastend und kann die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden fördern. Hinzu kommen die normalen Veränderungen des Älterwerdens wie nachlassende Leistungsfähigkeit und Veränderungen des Körpers.

Neben der persönlichen Akzeptanz spielt hier manchmal auch die gesellschaftliche und kulturelle Sicht auf ältere Mitglieder der Gesellschaft eine Rolle. Diese Faktoren üben einen starken Einfluss auf das Erleben der Wechseljahre aus und können daher das individuelle Empfinden und damit auch die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden positiv oder negativ beeinflussen. Kinderlose Frauen sind oft nicht so stark von Wechseljahresbeschwerden beeinflusst. Auch Frauen, die spät Kinder bekommen haben, leiden oft weniger unter Wechseljahresbeschwerden.

Haben Männer auch Wechseljahresbeschwerden?

Männer durchleben hingegen, trotz ebenfalls sinkender Produktion der Geschlechtshormone, nicht dieselben Wechseljahre wie Frauen. Deshalb ist die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden auch eine andere. Das liegt daran, dass ihr Hormonspiegel nur langsam in einem Zeitraum über bis zu 30 Jahre absinkt und der Körper sich so besser darauf einstellen kann. Außerdem fehlen starke Anzeichen wie die Menstruation, die die Entstehung von Wechseljahresbeschwerden klar anzeigen würden. Von sonstigen Veränderungen wie Libidoverlust, Blasenschwäche, Gewichtszunahme und Depressionen gepaart mit der Angst vor dem Älterwerden können viele Männer ebenso betroffen sein wie Frauen.

Miriam Schaum

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Therapie Wechseljahresbeschwerden

Bei leichten Wechseljahresbeschwerden können Sport, ein bewusster Lebensstil und pflanzliche Präparate helfen, die Beschwerden zu lindern. Produkte auf Basis von Soja, Rotklee, Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer enthalten pflanzliche Östrogene, sogenannte Phytoöstrogene, die den Östrogenen des menschlichen Körpers ähnlich sind. Daher können sie positive Auswirkungen auf leichte Wechseljahresbeschwerden haben. Schwere Wechseljahresbeschwerden können oft einer Hormontherapie behandelt werden. Hier steht ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Gebärmutterkörperkrebs und Gallenblasenentzündungen der schnellen und hohen Besserungsrate von Wechseljahresbeschwerden entgegen. Der Einsatz der Hormontherapie muss daher jede Frau individuell mit ihrem Frauenarzt abwägen.

Diagnose Wechseljahresbeschwerden

Eine Diagnose der Wechseljahresbeschwerden kann die Frau gegen versteckte Ursachen und Krankheiten absichern und mögliche Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Erste Anzeichen für den Eintritt in die Wechseljahre sind meistens ein unregelmäßiger Zyklus und das Alter der Frau. Hitzewallungen und andere Symptome wie depressive Verstimmungen oder Schweißausbrüche sind ebenfalls Hinweise für die Diagnose Wechseljahre. Gynäkologische Untersuchungen und die Bestimmung des Hormonspiegels, insbesondere des Östrogens, über einen Scheidenabstrich und eine Blutuntersuchung sind meistens die ersten Verfahren, um den Wechseljahren auf die Spur zu kommen. Dabei verweist eine Abnahme des Östrogens Estradiol und eine Zunahme des follikelstimulierenden Hormons FSH auf den Beginn der Wechseljahre.

Wechseljahresbeschwerden entstehen durch das hormonelle Ungleichgewicht zwischen den Östrogenen und dem Gelbkörperhormon Progesteron, die den Eisprung und die Menstruation kontrollieren. Ab dem 45. Lebensjahr reifen in den Eierstöcken immer weniger Eizellen heran, es kommt zu Zyklen ohne Eisprung, die Blutungen werden unregelmäßiger und bleiben schließlich ganz aus. Innerhalb der Wechseljahre werden so drei Phasen rund um die Menopause durchlebt, die Prämenopause, die Perimenopause und die Postmenopause. Doch auch die Angst vor dem Älterwerden oder der Auszug der eigenen Kinder kann für eine Verstärkung der Wechseljahresbeschwerden sorgen.