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Ratgeber Wechseljahresbeschwerden

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Wechseljahresbeschwerden
Diagnose von Wechseljahresbeschwerden

Eine Diagnose der Wechseljahresbeschwerden kann die Frau gegen versteckte Ursachen und Krankheiten absichern und mögliche Therapiemöglichkeiten aufzeigen. Erste Anzeichen für den Eintritt in die Wechseljahre sind meistens ein unregelmäßiger Zyklus und das Alter der Frau. Hitzewallungen und andere Symptome wie depressive Verstimmungen oder Schweißausbrüche sind ebenfalls Hinweise für die Diagnose Wechseljahre. Gynäkologische Untersuchungen und die Bestimmung des Hormonspiegels, insbesondere des Östrogens, über einen Scheidenabstrich und eine Blutuntersuchung sind meistens die ersten Verfahren, um den Wechseljahren auf die Spur zu kommen. Dabei verweist eine Abnahme des Östrogens Estradiol und eine Zunahme des follikelstimulierenden Hormons FSH auf den Beginn der Wechseljahre.

Diagnose von Wechseljahresbeschwerden

Der Frauenarzt kann mittels verschiedener Untersuchungen feststellen, ob eine Frau in den Wechseljahren ist und es sich bei den Symptomen um Wechseljahresbeschwerden handelt. Diese Diagnose kann wichtig sein, da sich hinter scheinbaren Wechseljahresbeschwerden auch andere Ursachen verbergen können.

Der Frauenarzt verschafft sich vor der Diagnose zunächst einen Überblick über die Beschwerden, untersucht die Frau gynäkologisch und macht einen Scheidenabstrich. Dieses Zellmaterial wird untersucht und gibt Auskunft über den Östrogenspiegel. Dies kann mit einer Blutuntersuchung ergänzt werden, die bei dem Beginn der Wechseljahre eine Abnahme des Östrogens Estradiol und eine Zunahme des follikelstimulierenden Hormons FSH zeigt.

Auch die Funktion der Eierstöcke trägt zu der Diagnose bei und zeigt die Wahrscheinlichkeit für den Beginn der Wechseljahre an. Im Zusammenspiel dieser Untersuchungen, dem Alter der Frau und der Wechseljahresbeschwerden kann der Arzt seine Diagnose stellen und das Einsetzen der Wechseljahre bestätigen. Nach der Diagnose können etwaige Wechseljahresbeschwerden behandelt werden. Die Diagnose gibt jedoch weder Auskunft über den Zeitpunkt der Menopause noch über die Fruchtbarkeit der Frau. Auch bei sehr unregelmäßigen Blutungen besteht noch bis zur Menopause die Möglichkeit einer Schwangerschaft.

Wechseljahresbeschwerden erkennen

Etwaige Wechseljahresbeschwerden können nach der Diagnose durch den Arzt zuverlässig behandelt werden. Dazu sollten Frauen auf die Veränderungen ihres Körpers achten und diese dem Frauenarzt schildern. Wechseljahresbeschwerden beginnen oft mit einem unregelmäßigen Zyklus. Häufig verstärkt sich die Blutung zunächst, bevor die Periode schließlich aufhört. Durch das Ungleichgewicht der Hormone entstehen Wechseljahresbeschwerden, wie Hitzewallungen, die bis zu drei Minuten dauern können, Schweißausbrüche, Schwindel, Kopfschmerzen, Haarausfall und erhöhtes Haarwachstum im Gesicht.

Durch die verminderte Produktion weiblicher Hormone erhöht sich außerdem das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund), das jedoch auch bei Männern im Alter zunimmt und nicht ausschließlich auf die Wechseljahre zurückzuführen ist. Durch den Östrogenmangel gehört auch die Trockenheit der Scheidenschleimhaut häufig zu den Wechseljahresbeschwerden. Die Scheide wird dadurch anfälliger für Infektionen der Harnwege oder Entzündungen im Genitalbereich.

Psychische Wechseljahresbeschwerden

Auch depressive Verstimmungen und Erschöpfungszustände, meist verursacht durch Schlafstörungen, können zu den Wechseljahresbeschwerden gehören. Dazu kommen Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit, die oft auch von der Angst vor dem Älterwerden und dem Verlust an Leistungsfähigkeit begleitet sein können.

Dies kann neben den hormonellen Umstellungen des Körpers auch in veränderten Lebenssituationen, beispielsweise bei dem Auszug der erwachsenen Kinder (Empty-Nest-Syndrom), begründet sein. Betroffene sollten ihre psychischen Wechseljahresbeschwerden ernst nehmen und diese ebenfalls ihrem Arzt schildern. Nach der Diagnose kann der Arzt entweder Möglichkeiten zur Selbsthilfe der Wechseljahresbeschwerden aufzeigen oder Hinweise zu einer psychotherapeutischen Begleitung geben.

Miriam Schaum

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Wechseljahresbeschwerden entstehen durch das hormonelle Ungleichgewicht zwischen den Östrogenen und dem Gelbkörperhormon Progesteron, die den Eisprung und die Menstruation kontrollieren. Ab dem 45. Lebensjahr reifen in den Eierstöcken immer weniger Eizellen heran, es kommt zu Zyklen ohne Eisprung, die Blutungen werden unregelmäßiger und bleiben schließlich ganz aus. Innerhalb der Wechseljahre werden so drei Phasen rund um die Menopause durchlebt, die Prämenopause, die Perimenopause und die Postmenopause. Doch auch die Angst vor dem Älterwerden oder der Auszug der eigenen Kinder kann für eine Verstärkung der Wechseljahresbeschwerden sorgen.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Umstellung des Hormonhaushalts, vergleichbar mit der Pubertät. Die Akzeptanz des Älterwerdens und ein positiver Blick in die Zukunft bieten die beste Ausgangsmöglichkeit für den Wechsel in den neuen Lebensabschnitt. Wechseljahresbeschwerden kann man nicht vorbeugen, doch ein gesunder Lebensstil kann zusätzlichen Belastungen des Alters, wie Osteoporose, vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Kalzium, Vitaminen und Hülsenfrüchten kann die Grundlage für ein gesundes Altern schaffen. Auch Sport mindert das Risiko für Osteoporose und baut Stress ab, insbesondere Ausdauersportarten wie Walken oder Schwimmen sind zu empfehlen.

Hitzewallungen Depressionen und Gewichtszunahme können Begleiterscheinungen der Wechseljahre sein. Die hormonelle Umstellung und insbesondere ein Mangel an dem Hormon Östrogen machen den Wechsel in den neuen Lebensabschnitt oft nicht einfach.

Die Stärke der Wechseljahresbeschwerden ist bei jeder Frau unterschiedlich, die Symptome reichen von Schweißausbrüchen über Schwindel, Infektionen der Harnwege bis hin zu Schlaflosigkeit und Depression. Sie wird neben den hormonellen Umstellungen auch durch Faktoren wie die familiäre oder die gesellschaftliche Situation mitbestimmt. Andauern können die Symptome bis zu 15 Jahre.